Damit die besten Jahre gesund bleiben - Typ-2-Diabetes kommt oft schleichend

Reisen, Kultur und Zeit für die Dinge, die Freude machen: Die Lebensphase ab 50 bietet viele Möglichkeiten für eigene Wünsche und Interessen. Wer diese Zeit unbeschwert genießen möchte, sollte auch seine Gesundheit nicht dem Zufall überlassen. Denn manche Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes entwickeln sich lange unbemerkt. Wer die Risikofaktoren kennt, auf seinen Körper achtet und regelmäßig zur Vorsorge geht, kann die Erkrankung frühzeitig erkennen und vorbeugen.

In Deutschland leben über neun Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes – fast ein Viertel weiß nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG) nichts von seiner Erkrankung. Besonders tückisch ist, dass sich Typ-2-Diabetes häufig schleichend entwickelt. Bis zur Diagnose können im Schnitt mehrere Jahre vergehen, in denen die Erkrankung unbemerkt bleibt.

Wie hoch das persönliche Risiko ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Daher ist es wichtig, mögliche Risikofaktoren zu kennen und Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Zu den Risikofaktoren zählen beispielsweise Diabetes in der Familie, Übergewicht – insbesondere vermehrtes Bauchfett –, Bewegungsmangel, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte. Auch das Alter und Rauchen spielen eine Rolle. Oft wirken auch mehrere Faktoren zusammen. Der sog. FINDRISK-Fragebogen (z.B. online über die Deutsche Diabetes Stiftung) hilft, das eigene Diabetesrisiko zu bestimmen.

Risikofaktoren kennen und rechtzeitig handeln

„Ab 35 sollte man die hausärztlichen Check-up-Untersuchungen nutzen und mindestens den Nüchtern-Blutzucker mitbestimmen. Ab 50 ist es wichtig, wirklich regelmäßig zur Vorsorge zu gehen – auch dann, wenn man sich fit fühlt und im Alltag keine Beschwerden hat. Die Vorsorgeuntersuchung ist eine gute Gelegenheit, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und beizeiten etwas für die eigene Gesundheit zu tun“, klärt Prof. Dr. Roland Büttner, einer der beiden Direktoren der Klinik für Innere Medizin am Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg, auf. 

Bleibt ein Typ-2-Diabetes über längere Zeit unentdeckt und unbehandelt, kann der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel Blutgefäße und Nervenfunktionen schädigen. Dadurch steigt unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme, Schlaganfälle sowie Nieren- und Augenerkrankungen. Auch die Wundheilung kann beeinträchtigt sein.

Wird ein erhöhtes Risiko oder ein sogenannter Prädiabetes frühzeitig erkannt, können schon Veränderungen des Lebensstils maßgeblich dabei helfen, die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes zu verhindern oder hinauszuzögern. Denn auf einige Risikofaktoren lässt sich gut Einfluss nehmen. Regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ein gesundes Körpergewicht und der Verzicht auf Rauchen können dazu beitragen, das Risiko für Typ-2-Diabetes zu senken. „Rechtzeitig erkannt, kann das Risiko für den Ausbruch eines Typ-2-Diabetes mit einer Lebensstiländerung um 40 bis 70 Prozent gesenkt werden“, ermuntert Prof. Büttner. 

Dabei muss es nicht immer das große Sportprogramm sein: Schon mehr Bewegung im Alltag, etwa Spaziergänge, Radfahren oder Treppensteigen, kann ein guter Anfang sein. Die Deutsche Diabetes-Hilfe empfiehlt mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche. Am effektivsten ist eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Besonders hilfreich für die Blutzuckerregulation kann ein Spaziergang oder eine leichte Aktivität direkt nach dem Essen sein. Ebenso wichtig ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Vollkornprodukten und wenig Kohlenhydraten.

Wer seine Risikofaktoren kennt und im Alltag auf ausreichend Bewegung und ausgewogene Ernährung achtet, kann selbst viel für seine Gesundheit tun. So bleibt mehr Raum für die vielen schönen Seiten des Lebens: Zeit für sich, für andere und für all die Dinge, die Freude machen.

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