
Je nach Stadium der Erkrankung sind unterschiedliche Therapiekonzepte erforderlich, die interdisziplinär von den verschiedenen Fachabteilungen durchgeführt werden. Die Entscheidung, welches Konzept sinnvoll und angebracht ist, erfolgt in der gemeinsamen Tumorkonferenz.
Sie wird zur Vorbehandlung des Tumors bei lokal fortgeschrittenem Mastdarmkrebs durchgeführt.
Angeboten wird diese Therapie in Form der Langzeitbehandlung (vier bis fünf Wochen), sowohl ambulant als auch stationär. Die Operation erfolgt ca. acht Wochen nach abgeschlossener Behandlung.
Sie dient zur Vorbehandlung des Tumors und seiner Abflusswege. Eine Größenreduktion erfolgt in diesem Falle nicht. Therapiedauer fünf Tage. Die Operation erfolgt ca. sechs bis acht Wochen später.
Oberflächliche, die Schleimhautgrenze nicht überschreitende Mastdarmtumore können durch transanale Abtragung entfernt werden. Die Entscheidung für dieses Vorgehen erfolgt nach Überprüfung der Gesamtbefunde (Gewebetyp, Ultraschall der Darmwand, Höhenlokalisation, Bildgebung etc.).
Die endoskopische Abtragung erfolgt im Rahmen der Darmspiegelung. Es werden alle zur Verfügung stehenden Techniken (Schlingen- und Zangenabtragung, Clip- und Looptechnik, Unterspritzung) eingesetzt.
Die standardisierte operative Therapie hat das Ziel, den tumortragenden Darmabschnitt mit dem dazugehörigen Lymphabflussgebiet und der Gefäßversorgung zu entfernen. Je nach Lokalisation des Tumors werden folgende Operationsverfahren durchgeführt:
- Hemikolektomie rechts - Entfernung des rechtsseitigen Darms
- Transversumresektion - Entfernung des Querdarms
- Hemikolektomie links - Entfernung des linksseitigen Darms
- Sigmaresektion - Entfernung des S-förmigen Darmabschnittes
- Hohe oder tiefe anteriore Rektumresektion - Entfernung des Mastdarms mit entsprechendem Sicherheitsabstand in Richtung Schließmuskel
- Abdominoperineale Rektumexstirpation, wenn das Karzinom zu nahe an der Grenze zum Analkanal liegt
Die Tumoren werden im Darmkrebszentrum am Caritas-Krankenhaus St. Josef überwiegend in der minimalinvasiven Technik (Laparoskopie) operiert. Bei Tumoren, die die Darmwand überschreiten und in die umliegenden Strukturen/Organe eingewachsen sind, ist jedoch teilweise die offene Vorgehensweise (Laparotomie) erforderlich.
Als besonderer Schwerpunkt werden am Caritas-Krankenhaus St. Josef auch ultratiefe Karzinome kontinenzerhaltend operiert. Dieses OP-Verfahren bezeichnet man als intersphinktäre (im Schließmuskel gelegene) Anastomosentechnik.
Bei diesen tiefliegenden Darmnähten wird zum Schutz eine vorübergehende Anlage eines protektiven Dünndarmstomas erforderlich, welches nach abgeschlossener Tumorbehandlung wieder zurückverlegt werden kann.
Mittlerweile werden Darmentfernungen routinemäßig auch durch die roboter-assistierte Laparoskopie durchgeführt.
Wir behandeln sowohl in der Klinik für Allgemeinchirurgie als auch in der Klinik für Urologie stationäre Patientinnen und Patienten, die Unterstützung bei ihrem Stoma benötigen. Daher verfügt das Caritas-Krankenhaus St. Josef über ein Expertenteam für die Stomatherapie, das betroffene Patientinnen und Patienten fachgerecht unterstützt.
Das bietet die Stomatherapie:
- Umfassende Aufklärung vor geplanten Operationen
- Erstversorgung und Einstellen mit dem bestmöglichen Produkt
- Anleitung zur Selbstversorgung
- Ernährungsberatung
- Aufklärung über Freizeitangebote
- Gespräche zur Klärung aller Fragen und Belange rund um das Thema Stoma
- Überleitung zu einer fachkompetenten Nachsorge
- Irrigationsbehandlung: Erstberatung und Kontaktvermittlung zu einem fachkompetenten Homecare-Unternehmen
- Beratung bei Stomakomplikationen auch nach Entlassung
- Unterstützung bei Stuhl- und Urininkontinenz
Unsere onkologische Pflegeexperten lernen die Patientinnen und Patienten nach ihrer OP bei uns im Haus kennen und begleiten sie, je nach Bedarf, während ihrer Tumortherapie bis hin zur Nachsorge. Unsere Beratungen können jederzeit telefonisch, stationär oder ambulant in der Klinik in Anspruch genommen werden. Unsere Beraterinnen und Berater haben eine ausgewiesene pflegerische, onkologische und psychologische Fachkompetenz. Dieses besondere Beratungsangebot ist absolut vertraulich und kostenfrei. Es wird dafür weder ein Überweisungsschein noch eine Versichertenkarte benötigt.
Unsere Beratungsangebote:
- Individuelle pflegeonkologische Betreuung bei belastenden Therapienebenwirkungen
- Umgang bei Körperbildstörungen
- Ernährungsberatung bei Appetitlosigkeit und ungewolltem Gewichtsverlust
- Inkontinenzberatung
- Umgang mit veränderter Sexualität
- Beratung zur Lebensführung
- Beratung zur körperlichen Belastung und Bewegung

Kontakt
Sekretariat:
Michaela Winkler
E-Mail darmkrebszentrum@csj.de
Telefon 0941 782-3310
Fax 0941 782-3315
Patientenkoordination:
Sylvia Cistecky
E-Mail darmkrebszentrum@csj.de
Telefon 0941 782-3349
Fax 0941 782-3355















