St. Josef sperrt am 12. Juni Haupteingang aus Protest symbolisch ab

Das Caritas-Krankenhaus St. Josef beteiligt sich am Freitag, 12. Juni 2026, am süddeutschen Klinik-Protesttag der Krankenhausgesellschaften Bayern und Baden-Württemberg. Zwischen 11 und 13 Uhr wird der Haupteingang des Krankenhauses symbolisch mit Flatterband gesperrt. Patientinnen und Patienten gelangen in dieser Zeit über den Nebeneingang ins Haus.

Der Haupteingang des Caritas-Krankenhauses St. Josef ist mit Flatterband versperrt.

Die medizinische Versorgung bleibt während der Aktion uneingeschränkt gewährleistet. Notfälle, geplante Behandlungen und alle notwendigen medizinischen Leistungen finden auch während des Protestzeitraums statt. Für Patientinnen und Patienten sowie Besucherinnen und Besucher entsteht lediglich ein kurzer Umweg.

Mit der Aktion macht St. Josef auf das geplante Gesetz zur Beitragssatzstabilisierung der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) aufmerksam. Aus Sicht des Krankenhauses würde es die Kliniken zusätzlich belasten – in einer Zeit, in der viele Häuser bereits seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stehen.

„Wir beteiligen uns an diesem Protesttag, weil die geplanten Maßnahmen nicht nur Klinikbilanzen betreffen. Sie gefährden die Versorgung der Menschen vor Ort“, sagt Prof. Dr. Sylvia Pemmerl, Geschäftsleitung und Medizinisch-Ärztliche Direktorin am Caritas-Krankenhaus St. Josef.

Freigemeinnützige Kliniken besonders betroffen

Für St. Josef könnten die geplanten Maßnahmen nach Berechnungen der Bayerischen Krankenhausgesellschaft rechnerisch eine zusätzliche Belastung von rund 3,9 Millionen Euro pro Jahr bedeuten. Geld, das aus Sicht der Klinik an anderer Stelle fehlen würde: bei Personal, Investitionen, moderner Medizintechnik, Digitalisierung und Patientenversorgung.

Besonders betroffen sieht Prof. Pemmerl freigemeinnützige Kliniken: „Sie erfüllen denselben Versorgungsauftrag wie öffentliche Häuser, verfügen aber nicht über dieselben finanziellen Auffangnetze. In Regensburg ist das von besonderer Bedeutung: Mehr als 60 Prozent der stationären Gesundheitsversorgung in der Stadt werden von freigemeinnützigen Trägern erbracht.“

Die Geschäftsleitung fordert deshalb eine verlässliche Krankenhausfinanzierung, die vollständige Refinanzierung von Tarifsteigerungen, eine Entlastung der Pflege, weniger Bürokratie und faire Rahmenbedingungen für freigemeinnützige Kliniken.

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