Mit der symbolischen Sperrung beteiligte sich St. Josef am süddeutschen Klinik-Protesttag der Krankenhausgesellschaften in Bayern und Baden-Württemberg. Vor dem Haupteingang informierten Prof. Dr. Sylvia Pemmerl, Geschäftsleitung und Medizinisch-Ärztliche Direktorin, sowie Alexandra Stich, Direktorin für Pflege- und Patientenmanagement, über die Gründe der Aktion. Sie beantworteten Fragen von Patientinnen, Patienten sowie Besucherinnen und Besuchern.
Geschätzte 3,9 Millionen Euro zusätzliche Belastung pro Jahr
Anlass des Protesttags ist das geplante Gesetz zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Der Gesetzentwurf soll die Ausgaben der Krankenkassen begrenzen. Nach Einschätzung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft würden die vorgesehenen Maßnahmen den finanziellen Druck auf die Krankenhäuser weiter erhöhen. Betroffen sind unter anderem die Refinanzierung von Tarifsteigerungen und das Pflegebudget. Zugleich drohen zusätzliche Prüfungen und Nachweispflichten.
Die Bayerische Krankenhausgesellschaft rechnet im Durchschnitt mit einer zusätzlichen Belastung von rund 12.000 Euro je Krankenhausbett. Für das Caritas-Krankenhaus St. Josef mit seinen 325 Betten ergibt sich daraus eine geschätzte Summe von rund 3,9 Millionen Euro pro Jahr.
„Die Zitrone ist schon ausgepresst“, sagt Prof. Dr. Pemmerl. „Die Kliniken stehen seit Jahren unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Wird weiter Geld entzogen, fehlt es an anderer Stelle: bei Personal, Medizintechnik, Digitalisierung und notwendigen Investitionen. Zugleich müssen wir unsere Versorgung langfristig sichern und die anstehende Generalsanierung vorbereiten.“
Freigemeinnützige Kliniken tragen einen großen Teil der Versorgung
Freigemeinnützige Krankenhäuser trifft die Entwicklung besonders hart. Anders als kommunale Kliniken können sie Defizite nicht über öffentliche Haushalte ausgleichen. Auch Kirchensteuermittel stehen für den laufenden Klinikbetrieb nicht zur Verfügung.
In Regensburg stellen das Caritas-Krankenhaus St. Josef und das Krankenhaus Barmherzige Brüder zusammen mehr als 60 Prozent der stationären Versorgung.
„Krankenhäuser brauchen weniger Bürokratie, nicht mehr“, sagt Prof. Dr. Pemmerl. „Wir brauchen eine verlässliche Finanzierung, damit wir auch in Zukunft für die Menschen in der Region da sein können.“
















