„Die HPV-Impfung ist eine Impfung, mit der wir einer bösartigen Krebserkrankung gezielt vorbeugen können“, sagt Prof. Dr. Susanne Schüler-Toprak, Oberärztin an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Universität Regensburg am Caritas-Krankenhaus St. Josef unter der Leitung von Prof. Dr. Olaf Ortmann. Die Impfung schützt vor den häufigsten Hochrisiko-Typen der HP-Viren, die Gebärmutterhalskrebs sowie weitere Tumorerkrankungen im Anal-, Genital- oder auch im Mund-Rachen-Raum verursachen können. Der aktuell verfügbare Impfstoff schützt außerdem vor Genitalwarzen.
Empfohlen wird die Impfung für Mädchen und Jungen zwischen 9 und 14 Jahren. Mittlerweile wird von einem jahrzehntelangen Schutz durch die Impfung ausgegangen, sodass ein Hinauszögern des Impfzeitpunkts bis zu den ersten Pubertätszeichen nicht mehr nötig und sinnvoll ist. Im Gegenteil: Eine frühe Impfung führt zu einer hohen Wirksamkeit. Idealerweise erfolgt sie vor dem ersten sexuellen Kontakt, da HP-Viren überwiegend im Rahmen von Geschlechtsverkehr übertragen werden. „Kondome können eine HPV-Infektion nicht zuverlässig verhindern“, erklärt die Gynäkologin. Die Erfahrungen aus knapp 20 Jahren zeigen: Die Impfung ist sehr gut verträglich, ernsthafte Nebenwirkungen sind äußerst selten. Gleichzeitig sind HPV-Infektionen, Genitalwarzen und Krebsvorstufen deutlich zurückgegangen.
Viele Infektionen – wenige Erkrankungen
HP-Viren sind weit verbreitet: 8 von 10 Menschen infizieren sich mindestens einmal im Leben. In den meisten Fällen beseitigt das Immunsystem die Viren selbst. Jedoch ist das nicht immer der Fall und mitunter verbleiben die HP-Viren über viele Jahre im Körper.
Vorsorge ergänzt den Schutz
Neben der Impfung bleiben die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen ein wichtiger Baustein der Krebsprävention. Frauen zwischen 20 und 34 Jahren haben einmal pro Jahr Anspruch auf einen zytologischen Abstrich (PAP-Abstrich). Ab 35 Jahren haben Teilnehmende am Zervixkarzinom-screening alle drei Jahre Anspruch auf eine Kombinationsuntersuchung aus PAP-Abstrich und HPV-Test.
Auffällige Befunde werden im Rahmen einer Abklärungskolposkopie in spezialisierten Praxen oder Kliniken überprüft. Diese Maßnahmen sollen vor allem eines bieten: Sicherheit. „Ein positiver HPV-Test bedeutet nicht automatisch, dass bereits eine Zellveränderung vorliegt“, betont Prof. Schüler-Toprak. „Er zeigt an, dass genauer hingeschaut werden sollte.“
Die Abklärung in einer spezialisierten Dysplasie-Sprechstunde wird auch in St. Josef unter der Leitung von Prof. Schüler-Toprak angeboten. Dort können selbst sehr kleine Zellveränderungen früh erkannt werden. „Leichte Krebsvorstufen bilden sich häufig von selbst zurück und müssen zunächst nur beobachtet werden“, so die Expertin. „Und wenn eine Behandlung notwendig ist, stehen heute sehr schonende Verfahren zur Verfügung.“
Appell zum Gebärmutterhalskrebs-Awareness-Monat
Das Caritas-Krankenhaus St. Josef ruft dazu auf, die Chancen der Prävention konsequent zu nutzen: Kinder impfen lassen, Früherkennungsangebote wahrnehmen – und dabei informiert und ohne unnötige Sorge zu bleiben. „Unser Ziel ist es, Krebs keine Chance zu geben“, sagt Prof. Schüler-Toprak. „Die Impfung schützt, die Früherkennungsuntersuchungen geben zusätzliche Sicherheit.“
















