Typische Symptome für einen Infarkt sind starke, anhaltende Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust, die häufig in den linken Arm, Rücken oder Kiefer ausstrahlen. Auch Atemnot, Übelkeit, kalter Schweiß, ein massives Engegefühl oder Brennen in der Brust können auftreten. Tückisch: Bei Frauen kann sich ein Herzinfarkt manchmal auch anders zeigen: Beschwerden wie Übelkeit, Oberbauchschmerzen oder ungewöhnliche Müdigkeit werden daher nicht immer sofort als Notfall erkannt.
Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt gilt: sofort den Notruf 112 wählen. „Entscheidend ist, dass der Betroffene unverzüglich medizinische Behandlung bekommt“, so Prof. Dierk Endemann, Direktor der Klinik Innere Medizin I (Kardiologie) am Caritas-Krankenhaus St. Josef. „Der Notarzt kann einen schweren Herzinfarkt häufig bereits anhand des im Rettungswagen geschriebenen EKG diagnostizieren und die Patientin oder den Patienten direkt in eine Klinik mit Herzkatheterlabor bringen“, so Endemann. „Wichtig ist: nicht abwarten, nicht erst den Hausarzt kontaktieren, da dadurch wertvolle Zeit verloren geht.“
Bis zum Eintreffen des Rettungswagens sollte jede körperliche Anstrengung vermieden werden. Enge Kleidung kann gelockert werden, frische Luft kann das Atmen erleichtern. Wichtig ist auch die kontinuierliche Beobachtung von Bewusstsein und Atmung. Der Kardiologe warnt davor, selbst in die Klinik zu fahren, da der Rettungsdienst bereits vorab die Klinik informiert und im Notfall schon lebensrettende Hilfe leisten kann.
Soforthilfe im Herzkatheterlabor
Im Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg steht für die Behandlung eines akuten Herzinfarkts rund um die Uhr ein spezialisiertes kardiologisches Team sowie ein invasiver Herzkatheter-Messplatz zur Verfügung. Ziel der Behandlung ist es, ein verschlossenes Herzkranzgefäß schnellstmöglich wieder zu öffnen und den Blutfluss zum Herzmuskel herzustellen.
Dabei wird ein dünner Katheter über die Gefäße bis zum Herzen vorgeschoben. Das verengte oder verschlossene Gefäß wird aufgedehnt und häufig mit einem Stent stabilisiert, sodass es dauerhaft offenbleibt. Ergänzend kommen Medikamente zum Einsatz, die Blutgerinnsel auflösen oder die Blutgerinnung hemmen, das Herz entlasten und Folgekomplikationen verhindern. Die gesamte Behandlung ist auf Zeit ausgerichtet: Je schneller das Gefäß wieder geöffnet wird, desto mehr Herzmuskel kann gerettet werden und desto besser sind die Heilungschancen.
Herzgesund leben
Ein Herzinfarkt lässt sich nicht immer verhindern, das Risiko kann jedoch durch gesunden Lebensstil deutlich gesenkt werden. Dazu gehören ausgewogene Ernährung, regelmäßiger Sport und der konsequente Verzicht auf Nikotin. Ebenso wichtig ist es, Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch Stressreduktion, ausreichender Schlaf und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen tragen zur Herzgesundheit bei.
„Unsere Patientinnen und Patienten haben heute sehr gute Behandlungschancen“, betont Prof. Endemann. „Entscheidend ist aber auch, durch einen gesunden Lebensstil und regelmäßige Vorsorge aktiv zur eigenen Herzgesundheit beizutragen.“
















