Für den Diözesan-Caritasverband Regensburg als Träger von St. Josef ist die Generalsanierung eines der zentralen Zukunftsprojekte der kommenden Jahre. „Mit diesem Projekt bekennen wir uns langfristig zu St. Josef und zu seiner wichtigen Rolle für die Gesundheitsversorgung in Regensburg und der Region“, sagt Caritasdirektor Michael Weißmann. „Hier wird in die medizinische Zukunft des Hauses investiert. Für uns als Caritas ist dabei entscheidend, dass medizinischer Fortschritt und menschliche Zuwendung zusammengehören.“
Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder sprach beim Auftakt von einer Investition in die langfristige medizinische Versorgung der Region. „Mit der Generalsanierung des Caritas-Krankenhauses St. Josef in Regensburg trifft professionelle Pflege auf medizinische Spitzenversorgung. Der Freistaat investiert im ersten Bauabschnitt rund 30 Mio. Euro und insgesamt in ganz Bayern fast eine Mrd. Euro pro Jahr in die Krankenhäuser. Wir sorgen für gute medizinische Versorgung überall im Land, denn Krankenhäuser sind Lebenshäuser. Danke an die Caritas und alle Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte für ihre Arbeit und Menschlichkeit!“
„Für uns in St. Josef ist das Projekt weit mehr als eine Modernisierung der Infrastruktur“, sagt Prof. Dr. med. Sylvia Pemmerl, Geschäftsleitung und Medizinisch-Ärztliche Direktorin. „Wir waren schon immer ein innovatives Krankenhaus und haben medizinische Entwicklungen früh aufgegriffen. Jetzt schaffen wir die baulichen und technischen Voraussetzungen, diesen Weg konsequent fortzusetzen“, so die Geschäftsleitung.
Der erste Bauabschnitt führt nach oben
Im ersten Bauabschnitt wächst St. Josef vor allem nach oben: Über der Zentralen Notaufnahme sind zwei zusätzliche Operationssäle sowie neue Räume für die urologische Funktionsdiagnostik und die Endourologie vorgesehen. Mit den beiden OP-Sälen schafft St. Josef zusätzliche Kapazitäten, insbesondere für die gestiegene Zahl onkologischer Eingriffe.
Auch im Untergeschoss wird neu gebaut: Dort entsteht ein modernes Zytostatikalabor. Es ersetzt das bisherige Labor und schafft noch bessere Voraussetzungen für die individuelle Herstellung von Medikamenten für Chemotherapien. Hinzu kommen Flächen für Technik, IT, Besprechungsräume und Umkleiden. Die Bauzeit beträgt rund drei bis vier Jahre. Die weiteren Bauabschnitte, die derzeit in Planung sind, sollen im Baukastenprinzip erfolgen: Sobald eine Fläche freigeräumt ist, kann der nächste Bauabschnitt beginnen.
Dass die Modernisierung in mehreren Etappen und bei laufendem Klinikbetrieb erfolgt, ist Herausforderung und Chance zugleich. Rund 1.500 Mitarbeitende versorgen in St. Josef jährlich etwa 80.000 Patientinnen und Patienten; die medizinische Versorgung muss während der gesamten Bauzeit aufrechterhalten werden. Zugleich können Erfahrungen aus dem Klinikalltag und neue medizinische oder technische Entwicklungen noch in spätere Bauabschnitte einfließen.
Domkapitular Michael Dreßel, Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes Regensburg, dankte in seiner Rede insbesondere den Beschäftigten, die während dieser Phase mit geänderten Wegen, Lärm und Provisorien umgehen müssen. „Auch in herausfordernden Zeiten wollen wir als Caritas auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes mit diesem Krankenhaus unseren Beitrag leisten für eine humane Gesellschaft“, sagte Dreßel. Die Generalsanierung stärke St. Josef in seinem Anspruch, medizinische Qualität, verlässliche Pflege und menschliche Zuwendung miteinander zu verbinden.
Regensburgs 2. Bürgermeisterin, Dr. Helene Sigloch, würdigte in Vertretung von Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger das Vorhaben in ihrem Grußwort als wichtige Investition in den Gesundheitsstandort Regensburg.
Aus der Gottesliebe folgt die Nächstenliebe
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer stellte mit Blick auf 750 Jahre Regensburger Dom und 800 Jahre Katharinenspital in diesem Jahr heraus, dass dort, wo in der Vergangenheit Kathedralen gebaut wurden, auch Spitäler errichtet wurden. „Aus der Gottesliebe folgt die Nächstenliebe.“ In dieser Tradition stehe das Krankenhauswesen in Regensburg insgesamt und auch St. Josef. Hier öffneten sich Herzen und Hände für die Not und Bedürftigkeit, so Bischof Rudolf Voderholzer: „Die Kranken, Schwachen und Hilfsbedürftigen stehen im Fokus, die unserer Sorge anvertraut sind.“ In seinem Segensgebet erbat der Regensburger Diözesanbischof Gottes Schutz und Segen für alle, die auf der Baustelle tätig sind, für Architekten, Bauleute, Handwerker und für alle, die Verantwortung tragen. Er bat: „Führe das Werk, das wir heute begonnen, zu einem guten Abschluss.“
Mit dem Spatenstich beginnen die Arbeiten für den ersten der angedachten vier Bauabschnitte. Perspektivisch soll die Generalsanierung von St. Josef schrittweise bis in die 2040er-Jahre fortgeführt werden. Die dafür nötigen Planungen sind in Vorbereitung.
















