Der Kreißsaal-Oberarzt an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Caritas-Krankenhaus St. Josef unter der Leitung von Prof. Dr. Olaf Ortmann weiß, worauf es ankommt, damit Schwangerschaft und Sport sicher Hand in Hand gehen.
Vorteile von Sport für die Schwangerschaft und darüber hinaus
Die bekannten positiven Effekte, die Sport auf den Körper hat, wirken auch während der Schwangerschaft. Doch nicht nur das: Die körperliche Fitness der Mutter steht auch in direktem Zusammenhang mit dem Verlauf der Schwangerschaft, der Geburt und der Gesundheit des Babys. „Seltenere typische Schwangerschaftsbeschwerden, dafür aber aktive Abwehrkräfte und eine stabile Sauerstoffversorgung sind nur einige Aspekte, von denen körperlich fitte Frauen im Verlauf der Schwangerschaft profitieren“, erklärt der Gynäkologe und ergänzt: „Zudem erleben sportliche Frauen häufig leichtere Geburten und erholen sich im Wochenbett schneller.“ Um in jeder Hinsicht von den Vorteilen zu profitieren, sollten die Aktivitäten stets mit Bedacht gewählt werden.
Mit Maß und Ziel
„Entscheidend ist, dass sich werdende Mütter nicht überlasten“, betont Voigt. Die Schwangerschaft sei keine Zeit für Hochleistungstraining. „Schwangere sollten sich bewusst werden darüber, dass ihr Körper gerade ohnehin schon mehr leistet als sonst.“ Diese Tatsache sollte etwa im Hinblick auf Intensität und Umfang des Trainings berücksichtigt werden. Hinzu kommt: „Aufgrund der hormonellen Umstellung werden Bänder und Sehnen weich, was schwangere Frauen anfälliger für Verletzungen macht.“ Der Oberarzt rät daher, Muskeln und Gelenke anhand einfacher Dehnübungen vorsichtig und gründlich aufzuwärmen. Während des Trainings sollte man das eigene Befinden immer im Blick behalten. „Wenn sich Übungen nicht gut anfühlen oder gar Schmerzen auftreten – egal an welcher Stelle – sollte das Training unterbrochen werden“, macht der Experte deutlich.
Sanft und sicher
Entsprechend der veränderten Umstände eignen sich nicht alle Sportarten gleichermaßen gut während der Schwangerschaft. „Aktivitäten, die eine moderate Belastung ohne besonderes Verletzungsrisiko bieten, empfehlen sich für angehende Mütter besonders“, erklärt Voigt. Als Beispiele nennt er etwa Spazierengehen, Schwimmen oder Yoga. „Verzichten sollten Schwangere dagegen auf Sportarten wie gewisse Ballspiele, die abrupte Bewegungen und Richtungswechsel erfordern, da diese die Gelenke und Bänder übermäßig beanspruchen.“ Aktivitäten wie Inline-Skaten oder Skifahren seien aufgrund der Sturz- und Verletzungsgefahr bei relativ hohen Geschwindigkeiten ebenfalls nicht ideal. Generell sei zudem von wiederholtem Hüpfen und Springen abzuraten. Übungen zur Kräftigung der geraden Bauchmuskulatur wie Sit-ups seien zu vermeiden, da sie sowohl eine Rektusdiastase verstärken als auch das Ungeborene gefährden können. „Bei all den Empfehlungen sollte letztlich aber auch die individuelle Situation berücksichtigt werden, wobei nicht zuletzt auch die Fitness und Aktivität vor der Schwangerschaft einen wichtigen Einflussfaktor darstellen“, stellt der Oberarzt klar.
Stichwort Schwangerschaftsgymnastik
Während das persönliche Trainingsprogramm darauf abzielen sollte, zum Wohlbefinden der angehenden Mamas beizutragen und durch Fitness Schwangerschaft und Geburt zu erleichtern, setzt die Schwangerschaftsgymnastik einen anderen Fokus. „Schwangerschaftsgymnastik dient der Geburtsvorbereitung“, klärt Voigt auf. „In den Kursen werden spezielle Atemtechniken erlernt und spezielle Übungen zur Geburtserleichterung durchgeführt.“ Sport und gezielte Schwangerschaftsgymnastik können einander somit gut ergänzen.
Am Caritas-Krankenhaus St. Josef bieten die Hebammen neben zahlreichen weiteren Angeboten für Schwangere und Mütter auch Kurse zur Geburtsvorbereitung an. Nähere Informationen zum aktuellen Angebot finden Interessierte unter www.csj.de/kurse-schwangerschaft.
















